Diätologe / Diätologin

Andere Bezeichnung(en):
früher: Diätassistent*in und ernährungsmedizinische Berater*in

Berufsbeschreibung

Diätologinnen und Diätologen erstellen Ernährungspläne für Personen, die aufgrund unterschiedlichster Krankheiten Diät halten oder ihre Ernährung umstellen müssen. Mit den Patient*innen und ihren Angehörigen reden Diätolog*innen über ihre Ernährungsgewohnheiten. Anschließend erarbeiten sie gemeinsam Programme, die der jeweiligen Ernährungsweise entsprechen und die Gesundheit fördern. Sie beraten die Patient*innen zum Beispiel auch darüber, wie sie ihre verordnete Diät nach einem Kur- oder Krankenhausaufenthalt selbstständig durchführen können.

Diätologinnen und Diätologen arbeiten in Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Seniorenheimen, aber auch in der Lebensmittelindustrie oder sind freiberuflich als selbstständige Berater*innen tätig. Sie arbeiten gemeinsam in einem therapeutischen Team, insbesondere mit den behandelnden Ärzt*innen (siehe Arzt / Ärztin bzw. Facharzt / Fachärztin) und Fachkräften des Pflege- und Sozialdienstes sowie mit den zuständigen Köch*innen ( Diätkoch / Diätköchin).

"Die Kernkompetenz einer Diätassistentin und ernährungsmedizinischen Beraterin ist die medizinische Ernährungstherapie, das heißt es gibt keine andere Berufsgruppe, die Ernährungstherapie machen darf, ..., das heißt mit kranken Personen zu arbeiten, das dürfen nur Diätassistentinnen."
Elisabeth Tschuschnig, Dipl. Diätassistentin und ernährungsmedizinische Beraterin (jetzt: Diätologe/Diätologin), in einem Interview aus: AMS your job, 2002.

Dieser Beruf ist dem Bereich gehobener medizinisch-technischer Dienste zuzuordnen.

Viele Menschen sind zur Einhaltung einer bestimmten Diät bzw. Ernährungsweise gezwungen, weil sie "normale" Kost nicht vertragen. Die Ursache dafür liegt häufig in einer Krankheit (z. B. Diabetes, Stoffwechselerkrankungen, Allergien) oder einer Operation. Diätolog*innen behandeln auch Menschen mit Essstörungen, Schluckstörungen oder frühgeborene Babys.

Andere Erkrankungen entstehen oft erst durch falsche Ernährung. Diätolog*innen analysieren den Ernährungszustand und die Essensgewohnheiten ihrer Patient*innen und erstellen dann gemeinsam ein Konzept, um ihre Ernährung umzustellen. Im Krankenhaus dient hierfür die Krankheitsdiagnose der Ärzt*innen. Diätolog*innen nehmen Verordnungen entgegen, berechnen die Nahrungsbestandteile und stellen einen Ernährungs- und Diätplan zusammen. Dabei berücksichtigen sie auch die Lebensumstände der Patient*innen (z. B. Betreuung und Versorgung bei älteren Patient*innen), aber auch ihre finanziellen Möglichkeiten.

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist die  Prophylaxe, also Beratung und Aufklärung über gesunde Ernährung, um Krankheiten, Übergewicht, Mangelernährung, Essstörungen usw. vorzubeugen. Dazu sind Diätlog*innen beispielsweise im Rahmen von Schwerpunkten auch in Schulen und Kindergärten, in der Elternbildung und anderen Erwachsenenbildungsmaßnahmen tätig. Sie führen Kurse und Beratungen durch oder arbeiten spielerisch mit Kindern und Jugendlichen.

Diätolog*innen arbeiten in erster Linie mit ihren Patient*innen und deren Angehörigen. Verantwortungsbewusstes, sicheres Auftreten, Einfühlungsvermögen und gute Kommunikationsfähigkeit sind daher Grundvoraussetzung in diesem Beruf. Außerdem arbeiten Diätolog*innen mit Diät- und Ernährungsplänen, die sie mit Hilfe von Computerprogrammen auf Basis von Nährwerttabellen erstellen und berechnen. Sie führen und lesen Patient*innenkarteien und Diagnosen, Befunde und Therapieverordnungen von Ärzt*innen.

Bei ihrer Arbeit verwenden Diätolog*innen Computer, Notebooks und Tablets mit Bürosoftware und verschiedener medizinischer  Software. Sie kommunizieren mit Telefonen, Mobiltelefonen, über E-Mail und Messengerdienste und zum Teil verwenden sie Onlinemeeting-Tools, um sich mit ihren Kolleg*innen auszutauschen, aber auch um mit  Klient*innen in Kontakt zu treten.

Diätolog*innen arbeiten in Büros, Untersuchungs-, Behandlungs- und Besprechungsräumen von Krankenhäusern, Kliniken, Sanatorien, Rehabilitationszentren, Alten- und Pflegeheimen, aber auch bei  Klient*innen zu Hause und je nach Zielgruppe mitunter in Schulen oder Kindergärten. Sie arbeiten in einem therapeutischen Team mit Ärzt*innen (siehe Arzt / Ärztin), dem Pflegepersonal (siehe z. B. Diplomierte*r Gesundheits- und Krankenpfleger*in), mit Ernährungswissenschafter*innen und natürlich mit den zuständigen Köch*innen, die sich auf Diätkost spezialisiert haben (siehe Diätkoch / Diätköchin). Außerdem stehen sie in laufendem Kontakt mit ihren Patient*innen und deren Angehörigen.

Die Arbeitszeiten von Diätolog*innen sind grundsätzlich regelmäßig zu den Öffnungszeiten der Institutionen für die sie tätig sind. Speziell im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege und Altenbetreuung kann das auch Wochenenddienste umfassen. Speziell als selbstständige Diätolog*in arbeiten sie zu flexiblen Arbeitszeiten, um gut auf die Erfordernisse ihrer Kund*innen eingehen zu können.

  • mit Patient*innen Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände besprechen
  • spezielle Ernährungsformen für kranke Personen (nach ärztlicher Anordnung) auswählen, zusammenstellen und berechnen
  • Rezepte und deren Zubereitungen anleiten und überwachen
  • Patient*innen und ihre Angehörigen über die praktische Durchführung ärztlicher Diätverordnungen innerhalb und außerhalb einer Krankenanstalt beraten
  • die Kost für gesunde Personen und Personengruppen oder Personen, die besonderen Belastungen (z. B. Schwangerschaft, Sport) ausgesetzt sind auswählen, zusammenstellen und berechnen; über gesundheitsbewusste Ernährung beraten
  • Beratungsunterlagen und -programme erstellen

Beschäftigungsmöglichkeiten für Diätolog*innen bieten insbesondere:

  • Krankenanstalten
  • Sanatorien, Rehabilitationszentren
  • Spezialambulanzen
  • Einrichtungen der Sozialversicherungsanstalten
  • Kurbetriebe, Kurhotels
  • Alten- und Pflegeheime

Häufig sind sie auch selbstständig als freiberufliche Diätologen /Diätologinnen tätig.

Der Beruf Diätologe / Diätologin ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • betriebliche, klinische Abteilungen und Fachbereiche
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien
  • Entgiftung, Fasten und Detox
  • Stoffwechsel und Diabetes
  • Ernährung für Sport und Leistungssport

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

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